Unsere Sehschule ist auf Störungen des Sehvermögens und des beidäugigen Sehens spezialisiert. Dazu zählen Schielen und Sehschwäche (Amblyopie), die sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen auftreten können. 

Sehen ist eine erlernte Fähigkeit, ähnlich wie Lesen oder Schreiben. Es gibt verschiedene Faktoren, die eine normale Sehentwicklung beeinträchtigen können. Um ein vollwertiges Sehvermögen zu entwickeln, ist dann eine rechtzeitige Behandlung entscheidend.

Dank moderner Diagnoseverfahren in der Augenheilkunde lassen sich Fehlsichtigkeiten präziser und sicherer erkennen als beim Kinderarzt. Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) empfiehlt Vorsorgeuntersuchungen zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr sowie vor der Einschulung. Familien mit erblichen Augenerkrankungen oder Fehlsichtigkeiten sollten frühzeitig augenärztlichen Rat einholen.

Gerade bei kleinen Kindern kann die Diagnose herausfordernd sein. Unsere Orthoptistin ist darauf spezialisiert und erkennt selbst geringste Fehlsichtigkeiten. Gemeinsam mit dem Augenarzt erfolgt die Behandlung nach neuesten Erkenntnissen. 

Was untersuchen wir in der Sehschule?

  • Augenstellung
  • Zusammenarbeit beider Augen
  • Beweglichkeit der Augen  
  • Fehlsichtigkeiten und Brechkraft der Augen
  • Räumliches Sehen Sehschärfe
  • Augenzittern 
     

Vor der Untersuchung

  • Denken Sie daran, eine Brille oder Kontaktlinsen mitzunehmen, falls Ihr Kind sie benötigt.
  • Bereiten Sie Ihr Kind gut vor, da die Tests seine Mitarbeit erfordern. 

Während der Untersuchung

  • Orthoptistin und Arzt müssen das Auge des Kindes aus nächster Nähe betrachten und es dabei beleuchten. Das Kind wird möglicherweise gebeten, Objekte zu benennen oder darauf zu zeigen, nach oben oder unten zu schauen oder ein Auge abzudecken.
  • Zur genauen Beurteilung einer Fehlsichtigkeit ist ggf. eine Tropfenuntersuchung (Weitstellung der Pupillen) beim Augenarzt notwendig. Falls Augentropfen zur Pupillenerweiterung verabreicht werden, kann es kurzzeitig brennen. Ihre Wirkung setzt nach 15–30 Minuten ein. Während dieser Wartezeit kann das Kind im Wartezimmer spielen oder kurz nach draußen gehen.

Nach der Untersuchung 

In der Regel kann das Kind danach wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen.

Falls Augentropfen verabreicht wurden

  • Das Sehen kann einige Stunden lang verschwommen sein, wodurch Aufgaben wie Hausaufgaben oder Zeichnen erschwert werden, während andere Aktivitäten möglich bleiben. Informieren Sie die Schule oder den Kindergarten.
  • Das Kind kann empfindlich auf helles Licht reagieren. Eine Sonnenbrille oder Kappe kann Abhilfe schaffen.

FAQs

  • Wann sollte mein Kind in der Sehschule vorgestellt werden?

    Wenn der Kinderarzt Auffälligkeiten festgestellt hat, Ihr Kind über Sehprobleme klagt oder Sie selbst Veränderungen bemerken – etwa häufiges Blinzeln, Kopfneigen oder Schielen. Auch ohne Beschwerden sind augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen im Kleinkindalter empfehlenswert.

  • Mein Kind schielt nur gelegentlich. Ist das normal?

    Gerade bei kleinen Kindern kann gelegentliches Schielen harmlos sein, es kann aber auch auf eine behandlungsbedürftige Sehentwicklungsstörung hinweisen. Eine Untersuchung in der Sehschule gibt Ihnen Sicherheit und ermöglicht bei Bedarf eine frühzeitige Behandlung.

  • Muss mein Kind für die Untersuchung sprechen oder Buchstaben kennen?

    Nein. Die Untersuchungsmethoden werden dem Alter Ihres Kindes angepasst. Auch Säuglinge und Kleinkinder können mit speziellen Tests untersucht werden.

  • Was ist eine Amblyopie?

    Bei einer Amblyopie entwickelt sich das Sehen eines Auges nicht vollständig, obwohl das Auge selbst gesund sein kann. Wird die Sehschwäche früh erkannt, lässt sie sich häufig erfolgreich behandeln.

  • Tut die Untersuchung in der Sehschule meinem Kind weh?

    Nein, die Untersuchungen sind schmerzfrei. Lediglich die Augentropfen zur Pupillenerweiterung können für einige Sekunden leicht brennen.

  • Warum werden die Pupillen erweitert?

    So kann der Augenarzt die Netzhaut besser beurteilen und die Sehstärke Ihres Kindes besonders genau messen. Das ist vor allem bei kleinen Kindern wichtig, da sie ihre Fehlsichtigkeit oft unbewusst ausgleichen.

  • Warum ist eine frühzeitige Untersuchung so wichtig?

    Das Sehen entwickelt sich in den ersten Lebensjahren. Werden Sehfehler oder Schielen in dieser Zeit nicht erkannt, kann sich das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen. Eine frühe Diagnose bietet die besten Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.